Michael Haneke (* 23. März 1942 in München) ist ein österreichischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Seine Spielfilme ("Die Klavierspielerin", "Caché", "Das weisse Band") wurden vielfach preisgekrönt, unter anderem mit der Goldenen Palme der Filmfestspiele von Cannes, dem Golden Globe Award und dem Europäischen Filmpreis.
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Michael Haneke (* 23. März 1942 in München) ist ein österreichischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Seine Spielfilme ("Die Klavierspielerin", "Caché", "Das weisse Band") wurden vielfach preisgekrönt, unter anderem mit der Goldenen Palme der Filmfestspiele von Cannes, dem Golden Globe Award und dem Europäischen Filmpreis.
Leben
Haneke ist der Sohn des Regisseurs und Schauspielers Fritz Haneke aus Düsseldorf und der österreichischen Schauspielerin Beatrix von Degenschild. Aufgewachsen ist Michael Haneke in Wiener Neustadt, wo die Familie mütterlicherseits einen landwirtschaftlichen Betrieb unterhielt. Der Kontakt zum Vater blieb spärlich, auch wenn Fritz Haneke später bei einer Theaterinszenierung seines Sohnes mitwirken sollte.
Haneke wollte im Alter von siebzehn Jahren die Schule abbrechen und Schauspieler werden. Nach einer misslungenen Aufnahmeprüfung am Wiener Max-Reinhardt-Seminar, wo ihn eigenen Angaben zufolge ein Teil des Lehrpersonals kannte, weil seine Mutter damals am Burgtheater wirkte, setzte er die Schullaufbahn fort und absolvierte die Matura. Obwohl er mit dem Beruf des Konzertpianisten geliebäugelt hatte, studierte er in Wien Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaften. Er schloss das Studium jedoch nicht ab, sondern wechselte zum Fernsehen nach Baden-Baden. Durch seinen Vater hatte Haneke erfahren, dass dort seit zwei Jahren ein TV-Dramaturg für die Fernsehspielabteilung gesucht wurde, und er erhielt diese Stelle. In diesem Rahmen lernte er das Handwerk des Filmemachens und kam in Kontakt mit Personen wie Wolfgang Menge und Ulrike Meinhof, die damals ihr Fernsehspiel Bambule vorbereitete.
Eine enge Beziehung hat Haneke zur klassischen Musik, die er seit seinen Jugendjahren schätzt. Heute noch gibt er an, sein grösster Wunsch sei es gewesen, Komponist und Dirigent zu werden. In seinen Filmen wird Musik höchst spärlich eingesetzt. Es widerspreche, wie er erklärt, seinem realistischen Konzept vom Filmemachen, Musik als Begleitung einzusetzen, so diese nicht in der Szene selbst - etwa aus Quellen wie Radio oder Fernsehgerät - eine Begründung findet.
Haneke, der heute in der Nähe von Wien lebt und seine Filme in Österreich und Frankreich dreht, will mit seinen Filmen weniger unterhalten, als vielmehr den Zuschauer durch Irritation zum Nachdenken bewegen. Seine Universitätsstudien und seine Arbeit als Literatur- und Filmkritiker während jener Zeit legten die Grundsteine einer kritischen Umgangsweise mit dem Medium Film.
An der Wiener Filmakademie lehrt Haneke seit 2002 als Professor für Regie. In seinem regelmässig zweimal pro Woche abgehaltenen Unterricht versucht er, sein Wissen über filmisches Erzählen an die Studenten weiterzugeben. Den Schwerpunkt dabei setzt Haneke auf Schauspielführung. Grundlegend dabei ist die realistische und emotionale Glaubwürdigkeit einer Spielszene.
Haneke ist Vater eines Sohnes (* 1965). Seit 1983 ist er mit der Besitzerin eines Antiquitätengeschäfts im achten Wiener Bezirk verheiratet. Seine Frau bezeichnet er als die schärfste und wichtigste Kritikerin seiner Arbeiten.
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