Der Regisseur war schon immer von menschenleeren Strassen und der Idee eines einzigen Überlebenden fasziniert.
Francis, es freut mich sehr, Sie hier in London zu sehen. Wir sprechen über «I am Legend». Der Film hat in Amerika schon sehr viel Geld eingespielt. Das ist ein Zeichen dafür, dass es reicht, nur einen Schauspieler in einem Film zu haben, wenn es Will Smith ist. Ja, es funktioniert mit Will Smith. Es ist immer hilfreich ihn zu haben. Ich denke aber auch, dass die Idee des Films die Leute in die Kinos lockt.
Absolut. Es ist die Idee davon, was wir mit uns selber anfangen und was die Wissenschaft mit uns macht. Der Film handelt auch davon, was Männer tun, wenn sie allein sind (lacht). Erzählen Sie uns von Ihren ersten Erfahrungen mit dem Skript. Haben Sie es gelesen und gleich gedacht «Ok, das ist einmal etwas ganz anderes. Wie können wir das verfilmen?»? Nun, ich habe das Skript gelesen, bevor ich den Film «Constantine» gemacht habe. Es hat mich von Anfang an gepackt. Ich war immer fasziniert von der Idee einer leeren städtischen Umgebung und wie es sein würde ein Überlebender zu sein. Sogar schon davor. Dies war jetzt einfach ein Projekt, dass das beinhaltet. Die Idee hat mich während der ganzen Produktion des Films verfolgt. Ich habe mich mit den Produzenten und Akiva Goldsman zusammengesetzt und wir haben uns entschieden, es gemeinsam zu realisieren.
Lassen Sie uns über verlassene Gegenden sprechen. Sie haben den Film in einem Umfeld angesiedelt, das nie verlassen ist. Wie schwierig ist es, das zu erschaffen? Das war sehr schwierig. New York ist ein äusserst belebter Ort. Wir haben die Strassen gefilmt und hofften immer, dass niemand ins Bild platzt. Es war ein grosses Stück Arbeit, aber die Stadt hat uns sehr dabei geholfen.
War es wichtig, in der echten Stadt zu drehen, anstatt Sets zu bauen, um den Schauspielern ein Gefühl der Realität zu vermitteln? Ja, das ist genau das, was ich tun wollte. Die Lösung im Studio wäre bestimmt einfacher gewesen, um alles zu kontrollieren. Aber das hat mich einfach nicht interessiert, denn so wussten wir genau, was wir mit der Kamera zu tun hatten und es beeinflusste auch die Schauspieler und ihre Leistungen. Es war besser, draussen an der Luft und in den richtigen Strassen zu sein. Es fühlt sich einfach komisch an, mitten auf einer Strasse zu stehen. Deswegen wollte ich an den originalen Schauplätzen drehen.
Der Film mixt alle möglichen Genres. Er beinhaltet sowohl Action als auch übernatürlichen Horror. Wie wichtig war es, die richtige Balance zu finden? Der Film vermittelt ja eine Botschaft, aber soll auch unterhalten wie ein Blockbuster-Film. Das war der Trick bei diesem Film. Was uns drei - Will, Akiva und mich - am meisten interessierte, war eine psychologische Charakterstudie über einen alleingelassenen Mann zu machen. Das alles in der Blase dieser grossen, leeren Stadt. Das gibt einem viele Möglichkeiten. Aber wir mochten einfach das Drama. Dann muss man die Balance finden zwischen wie viel Action man integrieren will, welche die Leute anregt und wie furchteinflössend das ganze sein darf. Das war eine komplizierte Aufgabe.
[Francis Lawrence wurde interviewt von Portmann Media]
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