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Der Informant

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 Interview
Matt Damon: «Ich habe Steven Soderbergh gefragt, wie er sich den Typen vorstelle und er antwortete nur: teigig.»

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Der Oscar-Gewinner über die Zusammenarbeit mit Steven Soderbergh und wieso er selbst teigig sein musste.

Matt, es ist immer eine grosse Freude, dich zu sehen. Da sind wir also in Venedig, für «The Informant!». Real existierende Figuren in Filmen sind immer sehr faszinierend. Aber weil sie real sind, ist nicht mehr soviel Platz für die eigene Interpretation. Was ist die grössere Herausforderung für dich?
Das kommt immer auf die Figur, das Drehbuch und den Regisseur an. Bei «The Informant» war es so, dass das Drehbuch einfach so gut war. Und wir hatten es für sieben Jahre, bevor es realisiert wurde! Ich fand es eigentlich keine so grosse Herausforderung, weil ich so viel Zeit hatte, um darüber nachzudenken. Ausserdem haben Steven Soderbergh und ich schon vier Mal zusammen gearbeitet und uns jetzt sieben Jahre damit beschäftigt. Es wurde kein Druck ausgeübt. Wir sind einfach da hin gegangen und haben es sehr schnell abgedreht. Steven ist überzeugt davon, dass dies der beste Weg ist, eine Komödie zu drehen. Einfach viel mit dem Drehbuch arbeiten. Hier in unserem Fall war es so, dass Scotts erste Fassung so gut war, dass wir gar nichts mehr daran ändern mussten. Aber wir hatten es schon, und wir konnten es lesen und uns alle paar Monate damit beschäftigen. Ich finde, das war richtig gut. Weil wir schon so oft darüber gesprochen und uns damit beschäftigt hatten, konnten wir den Film in ein bisschen mehr als 30 Tagen abdrehen. Und das war's. Ich fand es wirklich überhaupt nicht herausfordernd, sondern es hat einfach nur richtig Spass gemacht!

Es wurde oft über deine körperliche Vorbereitung auf die Rolle gesprochen. Das hat ja sicher sehr viel Spass gemacht und vor allem gut geschmeckt!
Ja, das war wirklich spassig! Ich habe einfach nur gegessen... Ich habe Steven eine E-Mail geschickt, ein paar Monate, bevor der Dreh angefangen hatte, und habe ihn gefragt, wie er sich den Typen überhaupt vorstelle. Und er hat nur ein Wort zurückgeschrieben: teigig. Das wars! Ich habe zu meiner Frau nur gesagt: Ich glaube, ich hole mir jetzt mal eine Pizza. Ich muss teigig sein. Ich habe wahrscheinlich ungefähr 15 Kilo zugenommen, ich habe mich aber nie gewogen. Es ging ja nicht um eine Zahl, sondern darum, eben teigig auszusehen.Für diese Rolle gab es keine festgelegten Zeilen. Alles, was wir mit meinem Gesicht gemacht haben, die Perücke, der Schnauz, die ausgepolsterten Wangen. Und dann hatte ich so etwas an der Nase. Wenn ich den Film anschaue, denke ich da gar nicht dran, weil es so gut gemacht ist. Für diese Rolle ging es wirklich darum, dass er keine Ecken hat an seiner Figur. Das Licht durfte keine einzige Ecke aufdecken bei ihm. Da war also dieses kleine Stück, das meine Nase viel runder gemacht hat. All das hat einfach Spass gemacht. Ich meine, ich konnte in den Spiegel sehen und habe ja schon wie eine Täuschung ausgesehen. Das war grossartig.

Es gibt ja im Kopf dieses Mannes eine riesige Energie, aber auch eine Stille und immer die gleiche Tonalität. Ist es schwierig, das darzustellen? Man steht ja vor anderen Leuten, aber viele von deinen Dialogen spielen sich im Kopf ab.
Dieser innere Monolog ist echt lustig und so gut geschrieben. Während dem Dreh weiss man ja, welcher Teil echt ist und welcher nur im Kopf stattfindet. Oftmals ging es nur darum, aus dem Weg zu gehen. Wenn das Drehbuch so gut ist, muss man eigentlich nur sicherstellen, dass die Leute die Worte auch wirklich richtig wahrnehmen. Man soll nicht zu viel machen, um den Leuten nicht im Weg zu sein, wenn sie sich das grossartige Drehbuch ansehen.

[Matt Damon wurde interviewt von Portmann Media]


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