Rob Reiner verfilmte 1990 einen Klassiker des wohlbekannten Horror-Autors Stephen King. Für einmal stehen keine Monster oder Dämonen im Mittelpunkt, sondern eine Frau, ihr Lieblingsschriftsteller und Gemütsschwankungen.
Gerade noch mal Glück gehabt. Paul Sheldon (James Caan - «Rollerball»), Autor und erfolgreicher Schöpfer der «Misery»-Saga, hat in den tief verschneiten Bergen einen schlimmen Autounfall. Mit zwei zertrümmerten Beinen wäre er wohl erfroren, hätte ihn nicht die Krankenschwester Annie Wilkes (Kathy Bates - «About Schmidt») gefunden. Wie es der Zufall so will, ist Sheldon ihr Lieblingsautor und die «Misery»-Serie ihr Ein und Alles. Als die schwermütige Annie jedoch herausfindet, dass der Schriftsteller seine Figur «Misery» in ihrem neuesten Abenteuer sterben lassen will, ist es mit der Fürsorglichkeit endgültig vorbei. Für Sheldon beginnt ein Kampf ums nackte Überleben.
Der Film hinterlässt starke, beklemmende Eindrücke, die sich durch mehre Faktoren erklären lassen. Zum ersten ist da die perfide Geschichte von King, der es immer wieder versteht, den wahren Horror, den Horror unter der Fassade des Alltäglichen, zum Leben zu erwecken. In «Misery» hat er - wie er immer wieder in Interviews betonte - eine seiner ureigensten Ängste verarbeitet: Die Angst vor dem Fan, der von seinem Idol enttäuscht wird und Amok läuft. Ein weiterer wichtiger Grund für den Erfolg des Filmes sind die beiden Hauptdarsteller. James Caan spielt routiniert und sicher den verunglückten Autor, während Kathy Bates sich für ihre Verkörperung der psychopathische Annie sogar einen Oscar verdiente.
Im Extra-Teil der DVD finden wir unter anderem eine Featurette rund um die Inszenierung des Filmes. Und hier findet sich der dritte und wohl wichtigste Grund für das Gelingen dieses Werkes: Rob Reiner («The Sure Thing», «When Harry Met Sally»). In einem Interview gibt der Regisseur offen und ehrlich zu, dass er von Horror und Thriller, von Spannung und Ängsten aus dem Blickwinkel des Filmemachers bisher keine Ahnung hatte. Daher hat er sich vor Beginn der Dreharbeiten intensiv darauf vorbereitet und sich mit den Mechanismen des Spannungsfilmes auseinandergesetzt. Wenn sich nur alle Regisseure soviel Zeit nehmen würden... wäre das nicht eine wunderbare Welt?
Dem Bild merkt man kaum an, dass dies ein 14 Jahre alter Film ist. Die Farben sind kräftig, jedoch ohne ihre Natürlichkeit zu verlieren. Ebenfalls sind Schärfe und Detailreichtum sehr gut. Bei Grossaufnahmen von Gesichtern zum Beispiel sind sämtliche Falten und Grübchen perfekt zu erkennen. Lediglich bei ganz dunklen Aufnahmen ist an wenigen Stellen ein feiner Schleier auszumachen. Der Sound ist kristallklar, konzentriert sich dabei ziemlich stark auf die Frontspeaker. Rauschen findet man keines. Nur an wenigen Stellen sind Geräusche oder die Filmmusik auch über die Surround-Lautsprecher zu hören, was der Spannung aber glücklicherweise keinen Abbruch tut.
Fazit: Kaufen! [Text: Harald Weissen]
Produkt-Infos
Extras:
- Featurette: Misery & Co
- Musikalische Tour mit Komponist Marc Shaiman
- Audiokommentar mit Drehbuchautor William Goldman
- Audiokommentar mit Regisseur Rob Reiner
- Fotogalerie
- Kinotrailer
- Kurztrailer
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