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 Filmkritik
«Ray»: Bewertung der Redaktion
Klänge aus der Dunkelheit

Erblindet als Kind und mit einer aussergewöhnlichen Gabe für Musik gesegnet, war Ray Charles über Jahrzehnte hinweg einer der Grossen der Soul und Blues Welt. Taylor Hackford schuf nun nach mehr als fünfzehn Jahren Entwicklungszeit eine würdige Filmbiographie des kürzlich verstorbenen Sängers.

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In einem Armenviertel von Florida als Sohn einer Wäscherin aufgewachsen, wandelte sich Ray Charles Robinson (Jamie Foxx) während den späten vierziger und frühen fünfziger Jahren vom blinden Musiker zum König des Souls. Dieser Aufstieg war geprägt von seiner Heroin-Abhängigkeit, seiner Unnachgiebigkeit gegenüber Frauen und seinen zuweilen fehlgeleiteten Loyalitäten. Seine Ehe mit Della Bea (Kerry Washington) vermochte nur mit sehr viel Mühe gegen all diese Probleme zu bestehen und näherte sich des öfteren gefährlich dem Abgrund. Über allen Problemen thronte jedoch sein musikalischer Genius, der seine menschlichen Schwächen überdecken konnte und Charles schliesslich zur Legende machte.

Diese Ambivalenz steht im Zentrum der Biographie, die sämtliche entscheidenden privaten und musikalischen Wendepunkte zeigt. Hackford und Foxx halten sich nicht zurück und beschönigen nichts. Die Zerrissenheit, der Egoismus von Charles und die damit verbundenen Schmerzen, die er sich selbst und seinem Umfeld antat, werden nicht ausgeblendet. Dabei zeigt Foxx alle wichtigen Facetten des Menschen hinter dem Star.

Leiden Biographien oft an einem etwas episodischen Charakter, fliesst «Ray» behutsam durch die Jahrzehnte. Ein Grund dafür sind die bewusst eingesetzten Rückblenden, welche die Traumatas aus Rays Jugend fortwährend enthüllen, wodurch der Erzählstruktur stets aufs Neue ein entscheidender Impuls verliehen wird. Einzig die Schlussminuten vermögen sich nicht vollends in den Film einzubinden.

Die Oscar-Nomination für Foxx ist soweit gebucht. Und bedenkt man seinen Auftritt neben Tom Cruise in «Collateral», darf man ohne weiteres vom Durchbruch des Jahres sprechen. Die Herausforderung, eine derart bekannte Persönlichkeit zu spielen, ist dankbar, aber auch mit vielen Auflagen gespickt. Foxx stärkster Zug ist seine Fähigkeit, das Komödiantische mit dem Dramatischen zu verbinden. Etwas, das ihm bereits bei «Collateral» eindrücklich gelungen ist. Trägt der einstige Fernseh-Komiker den Film auf seinen Schultern, stützen Taylor Hackfords Inszenierung, die sehr authentische Atmosphäre und natürlich die wunderbare Musik die Leistung des Hauptdarstellers, was «Ray» zu einer vielschichtigen Lebenscollage macht, die einen berührt und mit einem wippenden Bein zurücklässt. [Serge Zehnder]


 Eure Kommentare

Kay: Eine gelungene Verfilmung von Ray Charles. Jamie Foxx hat ihn super...
Lukas: gigantisch... mitreissend
BaoTrinh: Ist nicht so mein Geschmack....
Barbara: gut getroffen
Nathalie: hat gefallen! absolut für musikfans. ehrlich kritisch feinfühl...
Michelle: scniff

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 Abspann
Originaltitel: Ray
Filmlänge: 152min
Land (Jahr): USA (2004)
Genre: Drama, Musikfilm
Besetzung: Jamie Foxx, Kerry Washington, Regina King, Clifton Powell, Harry Lennix, Bokeem Woodbine, Aunjanue Ellis, Sharon Warren, C.J. Sanders, Curtis Armstrong, Richard Schiff, Larenz Tate, Terrence Howard, David Krumholtz, Wendell Pierce, Chris Thomas King, Thomas Jefferson Byrd, Rick Gomez, Denise Dowse, Warwick Davis, Patrick Bauchau, Robert Wisdom, Kurt Fuller, Julian Bond, Kimberly J. Ardison, Renee Wilson, Willie Metcalf, Mike Pniewski, Terrone Bell, Richard A. Smith, Gary Grubbs, Carol Sutton, Bill Breaux, Alex Van, Roland Bob Harris, Tom Clark, Afemo Omilami, Elizabeth Omilami, Vernel Bagneris, Fahnlohnee R. Harris, Michael Travis Stone, Eric O'Neal Jr., Tequan Richmond, Matthew Benjamin, John Swasey, James Huston, Marc Lynn, Kyle Scott Jackson, J. Todd Smith, Rutherford Cravens, Darnell Williams, Jedda Jones, Jeff Galpin, Michael Arata, Estella Denson, Edward Anderson, Alonzo Bowens, Clarence Johnson, Herman LeBeaux, Edwin Livingston, Johnny O'Neill, Jamil Sharif, Ray Charles, James J. Duhon, Ross Durocher, Tobi Gadison, Larry Gamell Jr., Justin Groetsch, Gene Kevin Hames Jr., Trae Ireland, Cliford Johnson, Summer LeAnn, Benee Leavy, Murphy Martin, Darlene Moore, Paula Jai Parker, Ben Pronsky, Carlos Rivero, Sonny Shroyer, Curt Sobel, Tommy Sobel, Travis Willingham
Regie: Taylor Hackford
Drehbuch: Taylor Hackford, James L. White, James L. White
Kamera: Pawel Edelman
Produktion: Howard Baldwin, Karen Elise Baldwin, Stuart Benjamin, Taylor Hackford, Barbara A. Hall, Vicki Dee Rock, William J. Immerman, Jaime Rucker King, Alise Benjamin, Nick Morton, Ray Robinson Charles Jr.
FSK: ab 12 Jahren

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