| Originaltitel: | The Three Burials of Melquiades Estrada |
| Land (Jahr): | Frankreich, USA (2005) |
| Genre: | Drama |
| Filmlänge: | 114min |
| Regie: | Tommy Lee Jones |
| Kinostart: | 08.11.2007 |
| Kamera: | Chris Menges |
| Produktion: | Michael Fitzgerald |
«Es gefällt mir, alle herum zu kommandieren.»
Tommy Lee Jones über das Vergnügen, dass seine Tochter endlich einmal machen musste, was er will.
Cineman: Hallo Tommy, es ist ein grosses Vergnügen, Sie hier am Filmfestival Cannes zu treffen. Die meisten grossen Schauspieler sagen, dass sie während Jahren im Stillen Regie geführt hätten. Wollen sie deshalb Regisseur werden? Geht es Ihnen ebenso?
Jones: Ich weiss nicht, was die anderen tun möchten, weil ich sie nicht alle kenne. Ich selber will ein erfülltes, reichhaltiges Leben führen und es kontrollieren können.
Wollen Sie deshalb Regie führen?
Ja. Die Geschichte und der Drehort sind wichtig für mich.
Weil Sie von dort herkommen?
Genau. Jeder muss machen, was ich sage. Es gefällt mir, alle herum zu kommandieren. Ich konnte auch meine Tochter herumkommandieren! Sie ist Schauspielerin und spielt in diesem Film mit. Zur Abwechslung einmal in meinem Leben musste sie machen, was ich sage und ich tat nicht, was sie sagte. Ich wurde der Boss. Sie ist 13 Jahre alt und normalerweise bin ich ihr Sklave, aber nicht an diesem Tag!
Die Geschichte ist sehr tiefgründig, real und respektvoll. Sie besagt, dass jedes Menschenleben wertvoll ist. War es Ihnen wichtig, dies rüber zu bringen?
Auf jeden Fall. Das ist das Herz der Geschichte.
Erzählen Sie etwas über den Schreibprozess mit Guillermo Arriaga.
Wir fuhren in einem Pick-Up herum und ich erzählte ihm von einem Hirten, der niedergeschossen wurde - direkt an der Grenze von US-Wächtern. Der Mann hütete die Ziegen seines Vaters und musste die Tiere vor Kojoten beschützen. Er schoss auf einen Kojoten und Soldaten, die wahrscheinlich nach Drogendealern suchten, kamen in Panik. Sie dachten, dass Drogendealer auf sie schiessen würden und schossen den Hirten nieder. Danach hauten sie einfach ab. Die Regierung versetzte sie und niemand wurde für den Mord dieses Kindes zur Verantwortung gezogen. Etwas an der Geschichte sprach mich an... Die Art wie die US-Regierung mein Land über all die Jahre hinweg behandelt hat. Das hat mich zu tiefst mitgenommen. Sie beinhaltet eine grosse Menge an Themen, die wir in einem Drehbuch festhalten wollten.
[Tommy Lee Jones wurde interviewt von Portmann Media]
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