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Spannender Thriller und rabenschwarze Komödie

40

Vor etwa 15 Jahren wäre die Aufregung vermutlich groß gewesen: ein Film mit Kevin Costner und Demi Moore. Immerhin waren die beiden mal echte Superstars, er mit sieben Oscars für «Der mit dem Wolf tanzt» ausgezeichnet und sie die einige Jahre lang die bestbezahlte Schauspielerin der Welt.

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Nun versuchen sich beide an einem Comeback - und nicht nur für Neunziger Jahre-Nostalgiker ist das Wiedersehen in «Mr. Brooks» einen Blick wert.

Costner gibt in dem Film von Regisseur Bruce A. Evans einen Mann, der wunschlos glücklich sein sollte: Earl Brooks besitzt ein gut gehendes Unternehmen, wohnt im schicken Eigenheim und hat nicht nur eine attraktive Ehefrau (Marg Helgenberger), sondern auch eine ebensolche Tochter. So weit, so idyllisch, wäre da nicht Brooks tödliche Leidenschaft. Getrieben von seinem Alter Ego Marshall (William Hurt) zieht es ihn immer wieder hinaus in die Nacht um zu morden. Nie hinterlässt er bei seinen Taten auch nur den Hauch einer Spur, so dass die Polizeiermittlerin Tracy Atwood (Demi Moore) bei ihrer Suche nach dem Serienkiller im Dunkeln tappt. Doch dann begeht Brooks einen Fehler und gerät in Bedrängnis: der vorwitzige Fotograf Smith (Dane Cook) hat seinen letzten Mord auf Film gebannt - und schreckt nicht vor einer riskanten Erpressung zurück.

Dass der zynische, skrupellose Teil der Psyche des Protagonisten von einem anderen Schauspieler übernommen wird, liegt sicherlich nicht daran, dass Costner nicht zuzutrauen gewesen wäre, auch eine gespaltene Persönlichkeit zu verkörpern. Viel mehr ist diese «Dr. Jekyll %26 Mr. Hyde»-Referenz Teil des Konzepts. «Mr. Brooks» funktioniert nämlich nicht nur als ziemlich spannender Thriller, sondern auch als rabenschwarze Komödie. Aus seiner zwar nicht parodistischen, aber immer augenzwinkernden Haltung macht der unterhaltsame Filme nie einen Hehl, und so sind sämtliche Figuren leicht überzeichnet dargestellt, vom naiv-selbstbewussten Zeugen der Tat bis hin zur von Moore mit Verve gespielten No-Nonsense-Polizistin.

Wo Evans gelegentlich zu dick aufträgt, ist die Plot-Ebene. Atwood kämpft an allen Fronten, unter anderem auch gegen einen von ihr einst verhafteten und gerade entflohenen Gewalttäter sowie gegen ihren Ex-Mann, während Brooks auch zu Hause in Schwierigkeiten kommt, als Töchterchen das College schmeißt und ihrerseits ein düsteres Geheimnis mit nach Hause bringt. Gegen Ende aber werden alle Handlungsstränge erfreulich geschickt mit einander verwoben und selbst für ein Finale mit angedeutetem Cliffhanger zu einer potentiellen Fortsetzung ist noch Platz. Ob daraus etwas wird, ist allerdings eher fraglich. Das recht bescheidene US-Einspielergebnis von «Mr. Brooks» zumindest lässt vermuten, dass die Superstar-Tage für Costner und Moore endgültig vorbei sind. [Patrick Heidmann]

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