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Nokan - Die Kunst des Ausklangs

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«Nokan - Die Kunst des Ausklangs»: Bewertung des Publikums

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 Filmkritik
«Departures»: Bewertung der Redaktion
Zen in der Kunst der letzten Ölung

Ob Hindu, Christ, ob Atheist, ob Jude, Moslem und Buddhist - am Ende sind wir alle Mist. In einem berührenden und schlüssigen Werk - es wurde 2009 mit dem Oscar ausgezeichnet - zeigt der japanische Regisseur Takita Yojiro, dass sogar nach dem Tod noch Wunden geheilt werden können, wenn es richtig angepackt wird.

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Als sich Daigo auf das Stelleninserat eines Reisebüros bewirbt, ahnt er nicht, dass dies sein Leben mehr verändern wird als alles, was er bisher tat. Wenn er dann tatsächlich eine Art Reiseleiter wird, wie er mutmaßte, hat seine Aufgabe doch nichts mit dem üblichen Berufsbild gemein: Seine Kunden treten nämlich ihre letzte Reise an. Ein kleiner Schreibfehler in der Zeitung hatte aus Hinschied Abschied gemacht, und unversehens befindet er sich dem Chef eines Zweipersonenunternehmens gegenüber, welches Verstorbene im Beisein der Trauernden wäscht und schminkt, bevor sie eingesargt und abtransportiert werden.

Dieser Chef ist ein Original, und sein Darsteller erhielt zurecht den japanischen Filmpreis. Genauso schnell wie er Daigos Bewerbungsunterlagen unbesehen beiseite schlenzt, reicht er seine Hand zum Besiegeln des Arbeitsverhältnisses nach einem der kürzesten Vorstellungsgespräche der Filmgeschichte. Daigo kommt so nolens volens zum Job wie die Jungfrau zum Kinde, aber er reift an dieser Aufgabe, und bald schafft er es wohl zum ersten Mal in seiner jungen Ehe, seiner unkomplizierten, aber engagierten Frau Paroli zu bieten.

Selten wurde mit einer derart simplen Konstruktion soviel Wirkung erzielt. Daigo pendelt zwischen Ehe, Firma und den ritualisierten Verrichtungen, die gefühlt die Hälfte des Films bestreiten. Sie sind Emotionsskonzentratoren und Höhepunkte, Menschen in der Not der Trauer und der zwischenmenschlichen Spannungen stoßen dabei an ihre Grenzen. Häufiger als bei Hochzeiten kommen bei Abdankungsfeiern Personen zusammen, die sich nicht leiden können oder verfeindet sind. Manchmal können dann jahrelange Querelen bereinigt werden.

Diese Szenen weisen dokumentarische Qualität auf und sind dennoch voller Leben und teilweise voller Komik - ohne billige Effekte und ohne die Würde der Angehörigen zu verletzen. Da passt jedes Detail, die Schauspieler scheinen ihre Musikinstrumente wirklich zu beherrschen und sogar die Filmmusik musste ihre Akkorde auf den Klang des Schälchengongs einstimmen. [Eduard Ulrich]


 Eure Kommentare

Owen: Dieses Film mit sein äußerst ungewöhnliches Thema ist ein Gluckfal...
Arcenciel: Ein wunderschöner Film mit ausdrucksstarken Bildern.
Jonas: Ein Film von 2 1/2 Stunden der nie langweilig wird. Unglaubliche ...
Marc: Ein schwieriges Thema so ergreifend umgesetzt, dass es noch Stunde...
Florence: Einfach wundervoll! Der halbe Kinosaal hat geweint und auch ic...
Andrea: Ein wunderschöner Film, in dem das Tabuthema Tod mit Zärtlichkei...

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 Abspann
Originaltitel: Okuribito
Deutscher Titel: Nokan - Die Kunst des Ausklangs
Filmlänge: 130min
Land (Jahr): Japan (2008)
Genre: Drama, Musikfilm
Besetzung: Masahiro Motoki, Tsutomu Yamazaki, Ryoko Hirosue, Kazuko Yoshiyuki, Kimiko Yo, Takashi Sasano, Mitsuyo Hoshino, Tarô Ishida, Hiroyuki Kishi, Yukimi Koyanagi, Tôru Minegishi, Sanae Miyata, Ryôsuke Ohtani, Tatsuhito Okuda, Genjitsu Shu, Tetta Sugimoto, Tarô Suwa, Yukiko Tachibana, Takao Toji, Tatsuo Yamada
Regie: Yôjirô Takita
Drehbuch: Kundo Koyama
Kamera: Takeshi Hamada
Produktion: Toshiaki Nakazawa, Ichirô Nobukuni, Toshihisa Watai, Yasuhiro Mase
Startdatum: 26.11.2009
FSK: ab 12 Jahren

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