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 Filmkritik
«Hancock»: Bewertung der Redaktion
Superheld mit Imageproblem

Will Smith säuft, flucht und macht nebenbei die Gangster platt. Das ist erst ganz unterhaltsam, später reichlich dämlich. Denn «Hancock» ist eigentlich zwei Filme in einem. Das Problem: Einer davon ist nicht besonders gut.

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Immerhin: So hat noch kein Superhelden-Film angefangen. Mit einem dreckigen Blues-Riff nämlich. Als ob uns Regisseur Peter Berg sagen möchte, dass hier kein geleckter 0815-Supermann seinen Auftritt hat, sondern ein Typ mit Ecken, Kanten und schlechtem Atem. Entsprechend unpoliert die Bilder: Grobkörnig, oft verwackelt und mehr an extremen Close-Ups interessiert denn an grossflächigen Massen-Szenen. Schliesslich geht es um die Charaktere, erst dann um die Action.

«Der riecht wie eine Bar!» ruft irgendwann ein Schurke und hat recht damit. Dieser Hancock (Will Smith) ist ungewaschen, ungehobelt und ganz allgemein kein guter Kerl. Erst sehen wir ihn auf einer Parkbank liegend, wo er seinen Rausch ausschläft. Darauf schwingt er sich ungelenk in die Luft. Wie er da so fliegt - die Schnapsflasche in der linken Hand - sieht das mehr aus wie der Ol' Dirty Bastard denn Clark Kent. Hancock ist noch nicht einmal ein guter Flieger: Er kollidiert mit einem Möwenschwarm, rammt ein Verkehrszeichen und richtet so viel Unheil an, dass seine Heldentaten in der Regel mit Millionenschäden enden. Kein Wunder braucht so einer einen PR-Berater.

Der heisst Ray Embrey (Jason Bateman) und tut bald alles, um aus Hancock einen liebenswerten Typen zu machen. Was ihm auch gelingt. Und hier beginnen die Probleme - für Regisseur Berg und seinen Film. Denn Hancock ist perfekt so, wie wir ihn am Anfang treffen. Alles, was aus dem zynischen Trunkenbold einen konventionellen Helden macht, kann der Figur nur schaden. Berg baut «Hancock» darum in der Mitte völlig um: Aus einer durchaus amüsanten Action-Parodie wird ein Fantasy-Brimborium, in dem coole Sprüche Mangelware sind.

Dabei macht keiner der Beteiligten eine gute Figur: Weder Charlize Theron als nicht-ganz-so-harmlose Vorstadtmutter, noch Will Smith. Der gibt sich zwar weiterhin Mühe, möglichst verstört (wahlweise: dämlich) dreinzublicken, wirkt dabei aber nur noch platt. Und wer immer die Idee hatte, Jason Bateman in der Schlussszene eine Axt in die Hand zu drücken, gehört verprügelt. [Bruno Zweifel]


 Eure Kommentare

Doris: gute unterhaltung
Manuel: Schauspieler W. Smith einer meiner Lieblinge. Hätte er der Film ...
Daniel: Es ist schon gefährlich. Da wird eine Actionkomödie versprochen,...
Reina: Ich habs auch gesehen und es hat mir gut gefallen. Die geschichte...
Matteo: passables thema, aber schlechte umsetzung. typischer amy "wir si...
Toni: Das thema ist klar interessant. Aber die umsetzung ist lahm... s...

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 Abspann
Originaltitel: Hancock
Filmlänge: 95min
Land (Jahr): USA (2008)
Genre: Action, Komödie, Drama, Fantasy
Besetzung: Will Smith, Charlize Theron, Jason Bateman, Valerie Azlynn, Hayley Marie Norman, Daeg Faerch, Alexa Havins, Eddie Marsan, Lauren Hill, David Mattey, Kate Clarke, Liz Wicker, Lily Mariye, Stephen Bishop, Rosemary Garris, Darrell Foster, Atticus Shaffer, Kyla Dang, Shea Curry, Alexandra Nowak, Mary-Jessica Pitts, Rio Ahn, Gregg Daniel, Adam Del Rio, Mark Simich, Sumalee Montano, Ryan Radis, Ron Fassler, Trieu Tran, Jae Head, Nick Wall, Allan Havey, Steve DeCastro, Algerita Wynn Lewis, Adam Van Conant, Scott Michael Morgan, Brian D. Phelan, Jameson Dixon Jr., Chris Mitchell, Carson Aune, Brandon Ford Green, Rick Mali, Darren Dowler, Eddie J. Fernandez, Edward M. Kelahan, Dawn Ressy, Nicholas Rich
Regie: Peter Berg
Drehbuch: Vincent Ngo, Vince Gilligan
Kamera: Tobias A. Schliessler
Produktion: Akiva Goldsman, James Lassiter, Michael Mann, Will Smith, Ian Bryce, Jonathan Mostow, Richard Saperstein
Startdatum: 03.07.2008
FSK: ab 12 Jahren

undef
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