Star Wars: The Clone Wars - Filmkritik
| Land (Jahr): | USA (2008) |
| Genre: | Adventure, Animation, Sci-Fi |
| Filmlänge: | 98min |
| Regie: | Dave Filoni |
| Kinostart: | 14.08.2008 |
| Drehbuch: | George Lucas |
| George Lucas |
In der Galaxie nichts Neues
Episode Zweieinhalb: George Lucas hat seiner Star Wars-Franchise ein neues Kapitel angehängt. In einem schlichten Animationsfilm lässt er erzählen, wie sich Anakin Skywalker und Obi-Wan Kenobi durch die Schlachtfelder der Klon-Kriege kämpfen. Viel Neues hat er den alten Filmen dabei nicht zuzufügen.
Zu Beginn des Films hat man das Gefühl, dass man bei Lucasfilm selbst nicht mehr ganz durchblickt bei der immer unübersichtlicher werdenden «Star Wars»-Saga. So wird das politische Seilziehen zwischen der Republik und den Separatisten in einem kurzen News-Spot abgehandelt, um sich dann auf die Geschichte von Anakin Skywalker und dessen Schülerin Ahsoka zu konzentrieren. Wer also seit «Episode III» vergessen hat, welche Parteien in der weit, weit entfernten Galaxie worum kämpfen, wird nach «Star Wars: The Clone Wars» auch nicht klüger sein.
Der Film setzt irgendwo nach «Episode II» ein, als die Jedi begannen, ganze Armeen von Klonen gegen die Droiden der Separatisten in den Krieg zu führen. Anakin Skywalker ist Jedi-Ritter geworden und kämpft als strahlender Held an der Seite seines Mentors Obi-Wan. Skywalkers dunkle Seite wird in «Clone Wars» allerdings komplett ausgeblendet, kleinere Wortgefechte liefert er sich nur mit seiner neuen, ungestümen Schülerin Ahsoka.
Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse scheint Regisseur Dave Filoni dann auch nicht sonderlich zu interessieren. Stattdessen setzt er auf familientaugliche und harmlose Unterhaltung. Der Respekt vor George Lucas' Werk ist dabei anscheinend derart gross, dass sich Filoni kaum traut, eigene Ideen einzubauen. «Clone Wars» wirkt, als hätte man aus Versatzstücken der ersten drei Episoden einen neuen Film zusammengeschustert. Statt mit dem Animationsfilm neue Impulse ins «Star Wars»-Universum zu bringen, kopiert der Film nur bereits Dagewesenes. Selbst die Sprecher versuchen stets, die bekannten Schauspieler zu kopieren, weshalb Obi-Wan als missratene Ewan McGregor-Imitation spricht wie ein stocksteifer Engländer auf Valium.
Auch sonst ist erstaunlich, was Lucas da unter dem Namen «Star Wars» auf den Markt wirft: Die Grafik ist karg und lieblos, die Animation hölzern und unspektakulär und die Dialoge sind schlichtweg erbärmlich. Den Figuren wurden alle interessanten Eigenschaften entfernt, wie einst Luke Skywalker sind sie nun langweilige Saubermänner. Besonders Anakin Skywalker, dessen innerer Kampf gegen die dunkle Seite plötzlich kein Thema mehr ist, gibt als Hauptfigur nicht mehr viel her.
«Clone Wars» kann deshalb selbst den letzten drei «Star Wars»-Filmen bei Weitem nicht das Wasser reichen. Und weil «Clone Wars» den alten Filmen nichts hinzuzufügen hat, sorgt auch nur der Wiedererkennungswert der bekannten Figuren ab und zu für ein nostalgisches Lächeln. [Andres Hutter]
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