The Forbidden Kingdom - Filmkritik
| Land (Jahr): | China, USA (2008) |
| Genre: | Action, Adventure, Comedy, Fantasy, Romance |
| Filmlänge: | 113min |
| Regie: | Rob Minkoff |
| Kinostart: | 16.04.2009 |
| Drehbuch: | John Fusco |
| Kamera: | Peter Pau |
Startreffen unter schlechtem Stern
Ein Fantraum wird Wirklichkeit: Jackie Chan und Jet Li, die Überstars des Kung-Fu-Kinos, zusammen in einem Film! Wahr wird allerdings auch, was man nicht zu träumen wagte: Sie müssen sich um einen amerikanischen Teenie kümmern und Englisch radebrechen.
Es ist das gewaltigste Gipfeltreffen, seit Bruce Lee Chuck Norris im Kolosseum das Brusthaar ausgerissen hat. Die grössten Eastern-Stars unserer Zeit, deren Bahnen sich auf ihrem kometenhaften Aufstieg von Hongkong nach Hollywood nie gekreuzt haben - sie treffen endlich aufeinander. Und natürlich fliegen dabei die Fäuste und Menschen schwerkraftverachtend durch die Luft. Das ist die gute Nachricht, die für Fans den Kauf eines Kinotickets allemal rechtfertigt.
Die schlechte Nachricht lautet, dass die Zusammenkunft von Hollywood erzwungen wurde, unter einem Regisseur, der vor allem für «Der König der Löwen» bekannt ist. Und so werden die Kampfkünstler in eine Fantasygeschichte versetzt, die sich an allerlei chinesischen (Populär-)Mythen vergreift und unterwegs noch Werte der alten Disneyschule vermitteln will.
Zu diesem Zweck gerät ein Teenager (Micheal Angarano) im Brooklyn unserer Tage an die magische Waffe des legendären Affenkönigs - und landet prompt im China der alten Sagen und neuen Kung Fu-Filme. Als Auserwählter obliegt es ihm, den bösen Jadekriegsherren (Chollin Chou) zur Strecke zu bringen, den von ihm gefangenen Affenkönig zu befreien und nebenbei einiges über die Kampfkunst und weniges über die Liebe zu lernen. Doch weil ein tumber Teenie das nicht allein vollbringen kann, stehen ihm Heroen zur Seite: Ein Mädchen auf Rachefeldzug (Liu Yifei), vor allem aber Jackie Chan mit einer Variation seiner Rolle als «Drunken Master» und Jet Li als gar nicht so schweigsamer Mönch, dessen Englisch einen die Untertitel schätzen lehrt.
Das einzig Gute, was sich über die Rahmenhandlung sagen lässt: Sie weiss, dass sie nichts als die Actionszenen zusammenzuhalten hat. Davon gibt es dafür reichlich, mit Chan und Li meist im Zentrum von Witzen wie Kämpfen, wo sie die Jungspunde immer noch alt aussehen lassen. Am Besten ist «The Forbidden Kingdom» ohnehin dort, wo der Film der Genretradition folgt und jenseits von Plot und Plausiblität unmögliche Bewegungen ins Bild bannt - wobei allerdings auch die Computereffekte angestaubt ausgefallen sind. Beim Gedanken, wie wenig aus diesem historischen Treffen gemacht wurde, könnten einem die Tränen kommen - wäre da nicht der Schalk Chans und Lis Charisma. Beide sind Profi genug, um auch unter widrigen Umständen für einige unterhaltsame Momente zu sorgen. [Christof Zurschmitten]
weitersagen

