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Das weisse Band - eine deutsche Geschichte

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«Das weisse Band - eine deutsche Geschichte»: Bewertung des Publikums

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 Filmkritik
«Das weisse Band - eine deutsche Kindergeschichte»: Bewertung der Redaktion
Historischer Sozialkrimi

Michael Haneke, der Chronist des abartigen Alltags, erzählt von einem norddeutschen Dorf in den Jahren 1913 und 1914. Dabei interessiert er sich vor allem für die Abgründe des Menschlichen hinter der Fassade der Normalität. In Cannes gab's für dieses exzellente Werk den Hauptpreis.

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Was beispielsweise Aki Kaurismäki mit seinem Stummfilm «Juha» und Steven Soderbergh mit seinem Schwarzweißfilm «The Good German» recht war, nämlich sich an alten Filmformen auszuprobieren, kann Michael Haneke nur billig sein. Dass er sich nun ebenfalls in Schwarzweiß mit einer klassisch präsentierten Geschichte einen Blick in die Vergangenheit erlaubt, ist sicher kein Zufall, handelt es sich doch bei allen dreien um Meister im Einsatz der Mittel.

Haneke schrieb auch das Drehbuch, und die handverlesene Schar hervorragender deutschsprachiger Schauspieler ist eine Freude. Das Personal repräsentiert einen kompakten Querschnitt der damaligen Landbevölkerung: Gutsherr, Pfarrer, Arzt, Hebamme, Junglehrer und Bauern mit ihren Familien. Die Kamera blickt mit der bei Haneke üblichen Neugier auf das Geschehen und sorgt für visuelle Abwechslung. Der Chronist, der inzwischen alt gewordene Lehrer, ist manchmal als Kommentator zu hören, Bildsprache und Erzählweise schaffen eine Atmosphäre der Authentizität.

So könnte eine Idylle beschrieben werden - doch nichts läge Haneke ferner. Der wohlgeordnete Kosmos der Dorfgemeinschaft gerät nach und nach aus den Fugen, als Sachen zerstört und Kinder misshandelt werden, ohne dass man in jedem Fall den Grund oder die Schuldigen findet. Gegenseitige Verdächtigungen und die später eingeschalteten Kriminalpolizisten verstärken die Spannungen in den Beziehungen der Paare und der Generationen, denn jeder hat bereits genug eigene Probleme.

Dass Haneke mit Jugendlichen umgehen kann, wusste man, hier beweist er eine glückliche Hand beim Führen der vielen Kinder, die einen wesentlichen Anteil an der Handlung tragen. Kaum ein Meisterwerk ist ohne Makel. In der Sprache erreicht Haneke, der Handwerker der Detailgenauigkeit, ein paarmal nicht seinen hohen Standard: Formulierungen und Grammatikfehler, die Produkte der heutigen Zeit sind, stören - wenn auch sehr selten - die historische Stimmung.

Michael Haneke hat mit diesem großartigen Film etwas riskiert und viel gewonnen: neben der Goldenen Palme ein gut verständliches, aber dennoch gehaltvolles Sittengemälde für Jugendliche und Erwachsene. [Eduard Ulrich]


 Eure Kommentare

Patrick: Geniales gespieltes Dorfdrama das unter die Haut geht! Am 07. ...
Tim: Cineastisch, schauspielerisch, überhaupt hervorragend und unbedingt...
Ulf: Dieser Film sehen heisst 2 1/2 Stunden leiden. Dieser Film hat abso...
Moc: Der Film gehört zum Intelligentesten, was Kino derzeit zu bieten ha...
Thehoo: starke bilder, starke kinderdarsteller, das gefühl der beklemmun...
Markus: Dieser Film regt auf alle Fälle zu Gesprächen an...

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 Abspann
Originaltitel: Das weisse Band - eine deutsche Kindergeschichte
Deutscher Titel: Das weisse Band - eine deutsche Geschichte
Filmlänge: 144min
Land (Jahr): Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien (2009)
Genre: Drama
Besetzung: Ulrich Tukur, Susanne Lothar, Mercedes Jadea Diaz, Josef Bierbichler, Burghart Klaußner, Marisa Growaldt, Christian Friedel, Michael Schenk, Leonie Benesch, Thibault Sérié, Rainer Bock, Michael Kranz, Leonard Proxauf, Steffi Kühnert, Sebastian Hülk, Janina Fautz, Ursina Lardi, Theo Trebs, Kai-Peter Malina, Maria-Victoria Dragus, Anne-Kathrin Gummich, Enno Trebs, Vincent Krüger, Lilli Trebs, Hanus Polak Jr., Levin Henning, Paraschiva Dragus, Leonard Boes, Marvin Ray Spey, Felix Boettcher, Sara Schivazappa, Ole Joensson, Aaron Denkel
Regie: Michael Haneke
Drehbuch: Michael Haneke
Kamera: Christian Berger
Produktion: Stefan Arndt, Veit Heiduschka, Michael Katz, Margaret Ménégoz, Ulli Neumann, Andrea Occhipinti, Michael Katz
Startdatum: 15.10.2009
FSK: ab 12 Jahren

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