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Soul Kitchen

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 Filmkritik
«Soul Kitchen»: Bewertung der Redaktion
Gourmetspeisen statt Tiefkühlware

Nicht mit einem, sondern mindestens mit fünf Problemen hat ein Hamburger Kneipenbesitzer gleichzeitig zu kämpfen. Turbulenzen stellen sich da zwangsläufig ein. Fatih Akin macht daraus ein ungemein lustvoll inszeniertes und energievolles Feelgood-Movie.

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Ursprünglich war «Soul Kitchen» als Nachfolgeprojekt zum vielfach preisgekrönten kraftvollen Melodram «Gegen die Wand» und als zweiter Teil einer mit «Liebe, Tod und Teufel» betitelten Trilogie geplant. Das Projekt entwickelte sich aber in eine ganz andere Richtung. So entstand eine waschechte Komödie und eine Liebeserklärung an Hamburg, die Fatih Akin Monika Bleibtreu gewidmet hat, die als resolute Grossmutter in einer ihrer letzten Rollen zu sehen ist.

Im Mittelpunkt steht der Deutsch-Grieche Zinos (Adam Bousdoukos), der in einer ehemaligen Fabrik eine Kneipe eingerichtet hat. Dass diese mehr schlecht als recht läuft und das Finanzamt Geld sehen will, ist für Zinos noch das kleinste Problem: Seine Freundin (Pheline Roggan) nimmt einen Korrespondentenjob in Shanghai an, Bandscheibenprobleme machen ihm schwer zu schaffen, ein Schulfreund (Wotan Wilke Möhring) möchte ihm die Immobilie abluchsen und auch sein kleinkrimineller Bruder Illias (Moritz Bleibtreu), der seine Finger vom Wetten und Spielen nicht lassen kann, taucht auch noch auf. Dank eines Spitzenkochs (Birol Ünel), der gleich mal drastisch zeigt, dass er bei seinen Speisen keine Kompromisse eingeht, entwickelt sich das auf Tiefkühlware spezialisierte Lokal bald zum viel besuchten Gourmettempel. Die Probleme sind damit aber noch lange nicht gelöst.

In jeder Szene merkt man, mit welcher Lust der Film inszeniert und gespielt ist. Souverän und mit spielerischer Leichtigkeit hält Fatih Akin die Handlungsfäden sicher in der Hand und sorgt für beste Laune mit hohem Tempo, einem superben Soundtrack, der diverse Versionen von «La Paloma», einen Hans Albers-Schlager und viel griechische Musik ebenso beinhaltet wie Songs von Quincy Jones und «Kool & the Gang», sowie der atmosphärisch überzeugenden Einbettung ins Hamburger Milieu.

Nur im Finale übertreibt es Akin dann doch. Da verliert er bei dieser warmherzigen Hymne auf das gute Essen und die Musik die Handlung in der ausladenden Schilderung einer Party fast aus den Augen und gleitet in mehreren Szenen ins Klamaukige ab. Trotzdem das Fazit: gute Unterhaltung, rasantes Vergnügen. [Walter Gasperi]


 Eure Kommentare

Margrit: Da denkt man immer, noch viel tiefer kann Zinos nicht mehr fall...
André: Der Film ist sehr vielfältig und zeigt sowohl Komödie, Action wie...
PantoffelHERO: grande cinema!
Til: Das denkt man so, wenn man aus dem Kino kommt. Gibt wohl keine bess...
Klaus: Höchst Detailfreudig und temporeich wird eine Geschichte erzählt,...
Patrick: Lockere Komödie über eine bedrohte Szenekneipe und deren renite...

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 Abspann
Originaltitel: Soul Kitchen
Filmlänge: 99min
Land (Jahr): Deutschland (2009)
Genre: Komödie
Besetzung: Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Anna Bederke, Pheline Roggan, Lukas Gregorowicz, Dorka Gryllus, Wotan Wilke Möhring, Demir Gökgöl, Monica Bleibtreu, Marc Hosemann, Cem Akin, Catrin Striebeck, Hendrik von Bültzingslöwen, Jan Fedder, Julia Wachsmann, Simon Goerts, Maverick Queck, Markus Imboden, Gudrun Egner, Arne Benzing, Piotr Gregorowicz, Hans Ludwiczak, Jan Weichsel, Peter Lohmeyer, Gustav-Peter Wöhler, Zarah Jane McKenzie, Peter Jordan, Wolfgang Schumacher, Ugur Yücel, Philipp Baltus, Lars Rudolph, Fritz Renzo Heinze, Francesco Fiannaca, Bülent Celebi, Bernd Gajkowski, Herma Koehn, Joana Adu-Gyamfi, Maria Ketikidou, Till Hooster, Torsten Lemke, Klaus Maeck, Ernest Hausmann, Salman Kurtulan, Emek Kavukcuoglu, Senol Ugurlu, Udo Kier, Jan Karpinski, Thomas Schunke, Mischuhin Zolot
Regie: Fatih Akin
Drehbuch: Fatih Akin, Adam Bousdoukos
Kamera: Rainer Klausmann
Produktion: Fatih Akin, Ann-Kristin Homann, Klaus Maeck, Christian Springer, Jeanette Würl, Paolo Colombo, Alberto Fanni, Fabienne Vonier, Flaminio Zadra
Startdatum: 25.12.2009
FSK: ab 12 Jahren

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